Jogi - Döner Express deutscher Herkunft
Aber es gibt auch Zugereiste, die dieses offene Land mitprägen und ihren eigenen Schuss Kultur beimischen. So jemand ist Jogi. Jogi ist mittlerweile Teil-Uruguayer. Nicht hier geboren, aber hier verheiratet, hat 2 Kinder und ist selbständig in der Gastronomie tätig, also schon recht verwurzelt.
Er machte sein Staatsexamen in Deutschland. Doch nach wenigen Jahren deutschen Lehramts trieb es ihn von Deutschland nach Uruguay. Weiter ging es nach Chile, Paraguay und Brasilien, wo er als Lehrer tätig war, bis der Wunsch nach Sesshaftigkeit ihn wieder in die Heimat seiner Frau nach Uruguay führte und er sich dann die Erfahrungen aus der Gastronomiebranche, die er im elterlichen Betrieb mit auf den Weg bekam, zu Nutze machte.
Nun ist er der Besitzer des Lokals namens "Döner Express", nur ein paar Meter weg von der Haupteinkaufsstraße Avenida 18 de Julio in die Straße Vasquez hinein.
Auf der einen Seite bemüht er sich hier um die deutsche Küche, auf der anderen Seite sah er eine Chance, ein eher unbekanntes Produkt dem uruguayischen Gaumen näherzubringen. Und zwar die türkische Spezialität "Döner" in einer besonderen Auslegung, nämlich einer Kombination aus Rind- und Lammfleisch.

Döner vom Rind und Lamm
Beides ist in Uruguay ein Hauptbestandteil der Nahrungsmittelproduktion von sehr hoher Qualität. In der extra dafür gebackenen Teigtasche ist der Döner recht mager und im Gegensatz zu vielen deutsch-türkischen Exemplaren in der Heimat, mit laufend selbst zubereiteten, frischen Zutaten ausgestattet, sorgsam zusammengestellt und eher ein 'Slow'- als ein 'Fastfood'-Produkt.

Sauerkrautbottich
Jogi macht auch sein Sauerkraut selbst, produziert Senf, Kräuter-Joghurts und natürlich auch deutsche Bratwurst, rohen Schinken, Leberwurst, Sauerbraten und vieles mehr, das den ansässigen Deutschen ein Stück der verlassenen Heimat zumindest am Gaumen erhält. Aber auch Uruguayos sind auf den Geschmack gekommen und lieben Jogi's Küche. Das fängt schon mit den einfachen Sachen an wie z. B. mit Bratkartoffeln, die in Uruguay sicher kaum oder äußerst selten anzutreffen sind. Und das geht weiter mit bodenständiger deutscher Küche wie Rindsrouladen, Leber nach Berliner Art oder sauren Nieren nach rheinischer Rezeptur.
Buon Aproveche!




